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Das Gebiet an dem Bodrog

Geschichte

Vor der Landnahme

Man kann auf die menschlichen Tätigkeiten der Vorzeiten aus archäologischen Funden folgern. Um die Wende vom 3. zum 2. Jahrhundert v. u. Z. kamen die Kelten in unserer Gegend an. Sie repräsentierten eine entwickelte Zivilisation und bestimmten dadurch den Charakter der Kultur und beeinflussten unsere Geschichte. Aus dieser Zeit überblieb ein reiches Befundmaterial.

Danach bevölkerten sich die Daker und die Sarmaten, die mit den hier lebenden Leuten verschmolzen, und dadurch eine eigenartige Kultur erschufen. Sie beschäftigten sich mit Viehhaltung, Jagd, Fischerei und benutzten Geld aus Bronzen- Golden- Silber- und Legierungsstoffen. In dem 2. Jahrhundert u.Z. drangen die Germanen in die Gegend ein, sie riefen lebhafte Handelstätigkeit hervor, worauf der in der groβen Zahl aufgefundene Geldvorrat der Zeit verweist. Damit fing die Völkerwanderung an, die sich bis zum 10. Jahrhundert fortsetzte, während dieser Zeit erschienen die Gepiden, die Avaren und die Slawen in unserer Gegend.

Das Zeitalter der Árpáden

Árpádházi Szent Erzsébet

Bodrogköz war einer der ersten Orte, wo sich unsere landnehmenden Ahnen ansiedelten. Das hatte wirtschaftliche und strategische Gründe. Die Landnehmenden, in deren Besitz Weiden mit reichem Gras und höher liegende wasserfreie Gebiete gelangen, konnten aus ihren mitgebrachten Kenntnissen in Viehhaltung und Landbau Nutzen ziehen. Der flache Bodrogköz war sogar militärisch gut schützbar. Die Gegend war daneben reich an Wilden und Fischen, und bot der zunehmenden ungarischen Bevölkerung einen sicheren Lebensunterhalt.

In Bodrogköz wurden bisher 29 Friedhöfer aus der Zeit der Landnahme aufgedeckt. Die Zempléner Erdburg, die aus dem eisernen Zeitalter stammt, blieb auch während der ungarischen Landnahme ein wichtiger Mittelpunkt. Da sie eine Königsburg wurde, wurde darin noch während der Herrschaft des Königs Stephan I. eine Presbyterienkirche gebaut.

Andreas I. erwarb in der Mitte des 11. Jahrhunderts den Besitz, um ihn seiner Frau, Anastasia zum Brautgeschenk geben zu können. Anastasia war die Tochter des Kiewer Groβfürsten, Jaroslaw des Weisen.

Die Tochter von Andreas II. und Meraniai Gertrud, die spätere Heilige ist im Jahre 1207 und in Sárospatak geboren. Sie wird bis heute unter dem Namen Árpád St. Elisabeth als Vorbild der tätigen Liebe und der christlichen Selbstaufopferung auf der ganzen Welt geehrt.

Der Tatarenzug im Jahre 1241-42verwüstete auch in der Umgebung, er schonte weder die Gebäude, noch die Bevölkerung sogar noch die Rebenpflanzungen. Manche Siedlungen entvölkerten sich völlig, deshalb rief Béla IV. italienische und vallonische Ansiedler, die sich auch auf den Weinbau verstanden, in das Land ein. Später baute Béla IV. sogar das System der Grenzfestungen aus.

Das 14-17. Jahrhundert

Nach dem Haus Árpád bestieg das Haus Anjou den Thron. Károly Róbert trug einen erfolgreicen Kampf gegen die machthaberischen Landesherren aus, dann erwarb er einen bedeutenden Teil des Landes zurück, was er später zur Verstärkung seiner politischen und wirtschaftlichen Macht benutzte.

Im Jahre 1429 gab der König Zsigmond das Besitzrecht der Familie Palóczi, die bis 1526 die Region besessen haben. Im Jahre 1526 kam der Zempléner Obergespan Antal Pálóczi in den Kämpfen gegen den Türken ums Leben. Der Kronhüter Perényi Péter, der die Mohácser Schlacht überlebte, besaβ die Besitzungen von Pálóczi, und dann wurde mit seiner Unterstützung alle beide Königskandidaten Szapolyai János és Habsburg Ferdinánd gekrönt. Die wei Könige kämpfte danach 30 Jahre lang für die territoriale Herrschaft des Landes.Im Laufe dieses Geplänkels zerfiel die meisten zeitgenossischen Gebäude in Trümmer. Perényi begann dazwischen seine familiäre Residenz in Sárospatak aufzubauen. Der Pataker Burgherr – gleichzeitig der Obergespan von Abaúj und der Woiwode von Siebenburgen – war einer der Ersten, der zu dem reformierten Glauben übertrat, und die Begründung des Reformierten Kollegiums von Sárospatak im Jahre 1531 knüpft sich auch ain ihm.

Der in 1593 ausbrechende fünfzehnjährige Krieg machte dem relativen Frieden des Gebiets ein Ende, dem Frieden folgte wieder eine Reihe von Kriegen. Die habsburgischen und die türkischen Truppen verursachten der Bevölkerung riesengroβe Schäden, und die Unzufriedenheit entfesselte einen Aufstand. Der Krieg gegen die Habsburger wurde später von dem Fürsten György Rákóczi I. geführt, der im Jahre 1644-45 auch an dem dreiβigjährigen Krieg teilnahm.

Die Zeit der Familie Rákóczi

II. Rákóczi Ferenc

Im Jahre 1616 heiratete Rákóczi György Lorantffy Zsuzsanna, so geriet die Gegend für ein Jahrhundert in den Besitz der Familie Rákóczi. Während ihrer Herrschaften erlebten Patak und das Reformierte Kollegium ihre Glanzzeit. Sie boltten die Pataker Burg zur würdigen fürstlichen Residenz, die Stadt zur Universitätsstadt entwickeln, aber das Ehepaar zog im Jahre 1630 nach der Fürsten-Wahl nach Siebenbürgen. Frau Zsuzsanna kehrte nur nach dem Tod ihre Mannes im Jahre 1648 in ihre liebe Besitzung zurück. Ihr Sohn Rákóczi György II. mischte in den Kampf, der für den polnischen Thron geführt wurde, hinein. Lange Zeit marodierten mal die Türken, mal die kaiserlichen Truppen die Gegend und verursachten bedeutende Verwüstung. Während diesen Kriegszeiten wurde der Sitz des Komitats Zemplén aufgebaut, der auch heute in der Siedlung steht.

Die Teilnehmer der sich ab 1666 entfaltender Verschwörung von Wesselényi, begannen ihre Verhandlungen im Saal der Pataker Burg Sub Rosa. Die Verschwörung ist aber bald gefallen und die verschwörenden Aristokraten wurden – auf bis her beispiellosen Weise – hingerichtet. Nur das mächtige Lösegeld rettete den jungen Rákóczi, dann stationierten aber die kaiserlichen Truppen in Sárospatak, und plünderten die wertvolle Krypta der Schloβkirche.

Im Jahre 1676, im Schloβ von Bors ist Rákóczi Ferenz II. geboren. Oberungarn stand zu dieser Zeit wieder den Habsburgern gegenüber und trat auf die Seite der Türken. Der Führer der Kuruzenbewegung wurde Thököly Imre, der spätere Pflegevater des Kindes Rákóczi Ferenc II. Die zur Vertreibung der Türken versammelten Heere eroberten das Land zurück, und stieβen die Unabhängigkeit von Siebenbürgen auch um. Rákóczi Ferenc II. stand im Jahre 1703 an die Spitze des Volksaufstandes, und hielt im Jahre 1708 in Sárospatak eine bedeutende Versammlung. Nach den verlorenen Schlachten musste er seine Heimat verlassen. Durch den Szatmarer Frieden, der den Krieg abschloβ, kam Ungarn in die Habsburger Monarchie zurück.

Auf dem Weg der Verbügerlichung

Die Gesetze der Versammlung von Pozsony, das nach dem Rákóczi-Freiheitskampf gehalten wurde, beschränkten die Religionsfreiheit der Reformierten, die Erbrechte der Leibeigenen. Die Aufstellung eines ständigen Heeres bedeutete auch schwere Last. Die königliche Verordnung, die im Jahre 1737 auf den Vorschlag des Zemplener Komitats herausgegeben wurde, erklärte Hegyalja als erster auf der Welt für geschlossene Weingegend.

Mária Terézia versuchte die sich infolge der Kriege und der Epidemien verminderte Bevölkerung mit Besiedlung von Fremden zu erstezen, viele Slowaken, Ruthene und Juden kamen so an. Während die herrschaft von Mária terézia wurde die selbstständige ungarische Staatlichkeit erkannt. Die Hinzuziehung der ungarischen Räte in die Ungarn berührenden Sachen, die Ernennung der Ungarn in kirchlichem und weltlichem Amte u.s.w. wurden auch vorgeschrieben. Die ungarischen Stände bestanden gleichzeitig auf ihre Privilegien. Die Erbitterung der Leibeigenen über ihre Auslieferung führte manchmal zu Aufständen.

Joseph II. hat sich nicht khronen lassen, da er mit Einhaltung der Ständeprivilegien seine Hände nicht binden wollte. Seine Herrschaft bedeutete die Spitze des aufgeklärten Absolutismus und brachte meistens vorwärtsweisende Veränderungen.

Im Jahre 1802 ist Lajos Kossuth geboren, der seit seinen 4-ten Lebensjahren in Sátoraljaújhely aufwuchs, und später als Rechtsanwalt wirkte, er hielt seine erste öffentliche Rede auch hier. Seine höheren Studien er absolvierte in Sárospatak. Ferenc Kazinczy, der sich in Széphalom einsiedelte, führte die ungarische Spracherneuerungsbewegung aus dem kleinen Zempléner Dorf. Im Jahre 1839 wurde ein Parlamentsbeschluβ über die Regulierung der Zempléner Wasser, unter ihnen über die Regulierung des Flusses Bodrog herausgegeben.

Die Kampfoperationen der Revolution 1848 berühren nur dann den Raum, als die Truppen von György Klapka in der "Bodrogkeresztúrer" Schlacht die kaiserlichen Truppen besiegten, und sie setzten danach bei Tokaj über die Theiβ. Die Kanonenkugel, die auch noch heute in der Wand des Tokajer Quartiers von Klapka zu sehen ist, bewahrt das Andenken des Erreignisses.

Die Nationalregierung erklärte die völlige Befreiung der Leibeigenen, damit beschritt Ungarn den Weg der Verbürgerlichung.

Von dem Ausgleich bis heute

Durch den Ausgleich entstand die Österreich-Ungarische Monarchie, die einen neuen, dualistischen Aufbau hatte und die Verbürgerlichung begünstigte. Das Komitat Zemplén gewann seine Selbstverwaltung zurück, das finanzielle Leben kam in Schwung, neue Eisenbahnlinien wurden zustandegebracht, Schulen wurden gebaut und die Wirtschaft verstärkte sich.

Die Phylloxera-Epidemie, die am Ende des 19. Jahrhunderts erschien, rottete fast das Ganze der Rebenpflanzungen aus. Beachtlicher Teil der verarmten Weinbauer wanderte sich nach Amerika aus. Von hier wurde später die der Phylloxera widerstehenden Unterlagen eingebracht, was dem Rebbau einen neuen Schwung gab. In 1910 wurde das Gebiet der neu angepflanzten Weine mehr als 7400 Joch. In Tokaj wurde im Jahre des Milleniums das Kellergeschoβ Szerémi/Szerelmi, mit den imposanten Weinhäusern ausgebaut.

Sátoraljaújhely

Im Jahre 1908 das erste ungarische Weingestez gebracht.

Nach dem ersten Weltkrieg löste sich die Österreich-Ungarische Monarchie auf und die neuen Grenzlinien völlig veränderten das Leben unserer Gegend. Durch das Friedensdiktatum von Trianon, das am 4-ten Juni 1920 unterschrieben wurde, verlor nicht nur Ungarn den Zweidrittel-Teil seines Gebietes, sondern auch das Zempléner Komitat. Es enstand Felső-Bodrogköz, dessen Zentrum Királyhelmec wurde, während Alsó-Bodrogköz auf ungarischem Gebiet blieb. Infolge der Durchschneidung der Handelswege, auf denen der Handel mit Tokajer Wein durchgeführt wurde, und infolge des Verlustes der Absatzmärkte wurde der Raum zu einer verarmten Grenzregion. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Entscheidung von Trianon bestärkt. Das auf der slowakischen Seite gebliebene Ungartum wurde auif unzählbaren Weisen diskriminiert.

In der sozialistischen Zeitperiode wurde der Akzent auf die traditionelle Landwirtschaft gelegt, die Gewerbstätigkeit nahm keine Groβbetriebsform an, aber die mit Zwang durchgesetzte Entwicklung des Borsoder Industriegebiets nahm die Arbeitskraft von den Zempléner Kleingebieten weg. Auch in Tokaj-Hegyalja war die einzige Lösung eine starke Mechanisierung, auch in dem Weinbau, was die traditionelle Herstellungsart völlig umgestaltete. Das Zurückbleiben der Industrialisierung sicherte gleichzeitig die Bewahrung der Reinheit der Naturumgebung, ganz bis zum heutigen Tag.

Seit dem Systemwechsel zerkleinerten sich die Groβwirtschaften, und verbreiteten sich die kleineren-gröβeren Privatunternehmen, die in Tokaj-Hegyalja im Allgemeinen mit mäβiger Kraftquelle wirtschaften. Bodrogköz konnte aber bis zum heutigen Tag aus seiner tiefen Krise den Weg der wirklichen Entwicklung nicht beschreiten.

Die Möglichkeiten der Europäischen Union bieten immer gröβeren Raum für die Befreiung aus dem Zustand der Grenzregion, besonders durch die Rückkehr zu den traditionellen Anbauarten und durch die Ausnützung der touristischen Gegebenheiten.

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